
Der in Singapur ansässige Komponist und Keyboarder Bertram Wee schreibt Musik, die das Sein in den Mittelpunkt stellt. Seine kompositorische Praxis ist geprägt von Auseinandersetzungen mit Präsenz, Reibung, Materialität und Exzess. Dabei versteht er den Körper als Ort der Vermittlung, durch den Klang geformt wird, und verfolgt eine Musik, die tief in der körperlichen Erfahrung verwurzelt ist. Weiterentwickelt hat er seine künstlerische Praxis durch Residenzen an der Esplanade (Singapur) im Rahmen der Contemporary Performing Arts Research Residency sowie am Goethe-Institut (Singapur) im Rahmen des 136 Goethe LAB.
Auch als Interpret zeitgenössischer Musik ist er aktiv. Gemeinsam mit seiner Partnerin Lynette Yeo bildet er das b-l duo, ein Ensemble mit Schwerpunkt auf Musik für Tasteninstrumente. Frei von ästhetischen Vorannahmen und offen für die stilistische Vielfalt der Gegenwartsmusik, wurde das Duo als Formation beschrieben, die „die Grenzen zwischen Kunstmusik und Noise-Musik eingerissen und ihr Publikum physisch wie intellektuell herausgefordert“ habe (zensounds, Stephan Kunze). Zusammen mit Gleichgesinnten gründeten sie außerdem weird aftertaste, ein in Singapur ansässiges Kollektiv für Neue Musik, das sich der Erforschung der Randbereiche musikalischen Ausdrucks widmet.
Wees Werke wurden bei Festivals und Veranstaltungsreihen wie Wien Modern, hcmf//, Ultraschall Berlin, Gaudeamus Muziekweek, Maerzmusik Berlin, AngelicA Bologna, Musik 21 Niedersachsen, BBC Proms, dem Thailand International Composers Festival, dem Asian Composers League Festival sowie dem Singapore International Festival of Arts aufgeführt; zudem trat er dort als Interpret in Erscheinung.